Warum Kinder nicht durchschlafen und Eltern Unterstützung brauchen...

Ein afrikanisches Sprichwort besagt: Um ein Kind großzuziehen, brauchst du ein ganzes Dorf......

Und am Ende dieses Artikels geben Sie diesem vielleicht auch recht....

Woher das Klischee stammt, dass Kinder durchschlafen müssen.....weiß ich nicht.

Da die Großfamilie heutzutage meistens fehlt und wir immer seltener die Gelegenheit bekommen den realistischen Alltag mit einem Baby zu erleben, ist es in unserer immer schneller werdenden Gesellschaft immer wieder Thema.

Babys haben einen anderen Schlafrhythmus als Erwachsene. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass Kinder nachts von Anfang an durchschlafen. Sie wissen nicht, was Tag und Nacht ist. Den Begriff "Schlafproblem" ergibt sich erst, wenn Eltern anderes erwarten.

Neugeborene schlafen selten länger als ein bis vier Stunden, ohne für eine Mahlzeit aufzuwachen. Manche Kinder wachen auch deutlich öfter auf. Mit sechs Monaten haben Babys üblicherweise etwas Sinn dafür entwickelt, dass Tage eher zum Wachen und die Nächte überwiegend zum Schlafen da sind. Oft fällt ihre längste Schlafperiode jetzt in die Nacht (das heißt 4 bis 6 Stunden).
Jedes Kind ist einzigartig. Manche Kinder schlafen mit wenigen Wochen durch, manche erst viel später. Die meisten Kinder, die schon durchgeschlafen haben, wachen später wieder plötzlich öfter in der Nacht auf. Was jetzt gilt, kann morgen schon wieder anders aussehen.

Durchschlafen ist ein Entwicklungsschritt, so wie Krabbeln, Laufen oder Sprechen lernen! Und nicht etwas, das Eltern ihren Kindern lernen können oder müssen, wie z.B. Lesen, Rechnen oder Saxophonspielen.
Kinder brauchen ihre Eltern auch in der Nacht. Die liebevolle Kinderbetreuung sollte nicht bei Sonnenuntergang enden. Bitte nicht ihr Baby in der Nacht weinen lassen, um es zum Durchschlafen zu zwingen! Ein weinendes Baby löst in der Mutter das Bedürfnis aus, es zu umsorgen. Eine zurückhaltende Reaktion auf das Weinen untergräbt das Vertrauen des Kindes in seine Eltern. Wenn ein Baby weint und niemand hört ihm zu, sinkt die innere Motivation des Babys zum Weinen (Weinen hat dann keinen Kommunikationswert) und es gibt auf. Das Kind schweigt frustriert.

Auch abendliches Zufüttern mit Säuglingsnahrung oder Brei führt nicht zwangsweise zum Durchschlafen des Babys. Ein voller Bauch nützt bei emotionalem Hunger nicht.

Somit stärken Sie ihr Kind indem Sie da sind. Denn indem Sie da sind, bekommt es das Gefühl: die Welt ist gut, ich werde aufgefangen, ich kann vertrauen – das Urvertrauen wird gestärkt. Wenn Sie es schreien lassen, bekommt es das Gefühl: Die Welt ist schlecht, keiner ist da, keiner hört mir zu.

Dieses Gefühl nimmt es mit und es ist ausschlaggebend, in wie weit das Kind später soziale Bindungen eingehen kann oder nicht.

Folgende Anregungen können Ihnen dabei helfen, die manchmal schwierige Zeit, bis das Baby durchschläft, zu überbrücken:

  • Schlafen oder Ruhen - wenn irgendwie möglich - tagsüber, wenn Ihr Baby schläft
  • Gönnen Sie sich nach einem "Nachtdienst" mit Ihrem Baby möglichst viel Ruhe und lassen Sie die Hausarbeit einmal Hausarbeit sein.
  • Sie können Ihr Baby im Schlafzimmer (Stubenwagen, Gitterbett, Baby-bay) oder im Elternbett schlafen lassen. Dann müssen Sie zur nächtlichen Kinderbetreuung (Stillen, Baby trösten, etc.) nicht extra aufstehen und können das Baby auch liegend stillen. Erfahrene Mütter und Babys müssen zum nächtlichen Stillen nicht einmal ganz aufwachen. Ihre Tief- und Leichtschlafphasen haben sich aneinander angepasst - Sie werden als Mutter kurz vor Ihrem Baby wach werden und können es anlegen, bevor es überhaupt richtig wach wird. Machen Sie sich keine Sorgen, wie Sie Ihr Baby später wieder von seinem Platz im Elternbett "entwöhnen" können. Wenn Ihr Kind bereit dazu ist, wird es auch in seinem eigenen Bett gut schlafen.
  • Auch wenn das Schlafen des Babys im Schlafzimmer oder im Elternbett für Sie nicht in Frage kommt, lassen Sie Ihr Baby trotzdem nicht alleine weinen! Bleiben Sie bei ihm, bis es einschläft (wenn das Baby danach verlangt) und gehen Sie auch in der Nacht jedes Mal zu ihm, wenn es weint.
  • Wenn Ihr Baby nur auf Ihrem Arm einschläft und aufwacht, sobald sie es ablegen, können Sie versuchen, das Baby erst etwa 20 Minuten nachdem es eingeschlafen ist, abzulegen - dann ist es in einer Tiefschlafphase und wacht beim Niederlegen nicht so leicht auf. Wärmen sie das Bettchen mit einer Wärmeflasche vor, sodass das Baby nicht erschrickt, weil das Bett so kalt ist.
  • Und machen Sie in der Nacht nicht viel Licht oder Lärm, wenn Sie Ihr Baby versorgen, damit es den Unterschied zum Tag merken kann.
  • Ein besonders forderndes Baby und ständiger Schlafmangel können die schlimmsten Seiten in Ihnen zum Vorschein bringen und eine Belastung für die ganze Familie darstellen. Lassen Sie sich helfen! Vielleicht kann Ihnen tagsüber jemand Ihr Baby stundenweise abnehmen und Sie kommen so zu etwas Erholung. Oder vielleicht teilen Sie sich die nächtliche Kinderbetreuung mit Ihrem Partner. Seien Sie gut zu sich selbst!
  • Halten Sie sich immer vor Augen, dass diese Zeit begrenzt ist. Irgendwann wird Ihr Kind länger schlafen oder durchschlafen!
  • Haben Sie keine Angst, dass Sie ihr Baby verwöhnen! Im ersten Lebensjahr ist alles was ein Baby tut - ein Bedürfnis und keine Schikane! Gehen Sie ohne Bedenken auf ihre liebevollen Gefühle zu ihrem Kind ein, um zu genügend Schlaf zu kommen.
  • Gehen Sie in eine Stillgruppe – damit Sie sehen, dass es allen Eltern gleich geht!
  • Sorgen Sie schon in der Schwangerschaft vor und lassen Sie sich „Verwöhngutscheine“ (zb jemand bringt alle zwei Tage Essen, Staubsaugen, Wohnung aufräumen...ect.) zur Geburt schenken - den fünfzehnten Strampler in Gr. 56 brauchen Sie dann eher weniger!
  • Viel Information und nützliche Tipps für Sie finden sie im Buch "Schlafen und Wachen" von William Sears.

 


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