Das Geschäft mit der Angst

Das Geschäft mit der Angst

Sobald man schwanger ist wird man mit extrem vielen Ratschlägen, Vorstellungen und Geschichten überhäuft! Auch wenn man sie gar nicht hören will. Sobald die Schwangerschaft sichtbar ist, wird FRAU zum BAUCH und Anlaufstelle für Selbsterfahrenes, Gutgemeintes und Unbedingtnotwendiges.

            Bist du schon in einem Krankenhaus mit Neugeborenenintensivstation angemeldet? Nimmst du deine Schwangerschaftsvitamine jeden Tag? Hast du eh alle Blutuntersuchungen machen lassen? Was du arbeitest noch? Du fährst noch auf Urlaub?

            Diese und noch viele andere Fragen und Bevormundungen der Gesellschaft neutralisiere ich in meinen Hebammensprechstunden, wo ich sehr viel Zeit damit verwende die Intimsphäre der Frauen wieder gerade zu rücken. Sie zu bestärken und die Angst weniger werden zu lassen.

            FRAU hat in Österreich die Wahlmöglichkeit, sich selbst zu informieren! So gibt es auch Spitäler, wo man sich nicht bis Woche 10 anmelden muss, wie viele verschiedene Screenings und Vorbereitungen die nicht für alle passend sind. Genauso wie Frauenärzte die die Wichtigkeit der Hebammenvorsorge kennen und wissen, dass die Prophylaxe extrem wichtig ist!

            Sollte jedoch der Fall eintreten, dass es nicht so ist und FRAU sich nicht informiert und einen Frauenarzt hat, der die Hebammenvorsorge nicht als wichtig einschätzt – bekommt FRAU die Informationen nicht und folgt dem System. Sie geht brav zu den Mutter-Kind-Pass Untersuchungen, vom 3-D zu 4-D Ultraschall und zum Combined Test ohne eigentlich zu wissen warum und wofür. Fragt FRAU nach, bekommt sie einen Vertrag hingelegt, den sie unterschreiben muss, wenn sie nicht möchte. Und es treffen zwei Personen aufeinander die Angst haben....die eine, nicht das Beste für ihr Kind gewollt zu haben und die andere sie nicht richtig aufgeklärt zu haben, sodass ihm dann rechtliche Konsequenzen drohen.

Und doch stelle ich mir immer wieder die Frage, woher diese Angst kommt? Ist es die Angst vor der Ungewissheit, vor etwas Neuem oder spiegelt sich die Angst des Menschen, der einem Gegenüber sitzt. Wer hat bei uns die Größere Angst, in dem Moment? Das Fachpersonal das sich mittlerweile dreimal überlegen muss, welche Information sie gibt oder die Frau die ein Kind bekommt.....

Vergisst das Fachpersonal vor lauter Risikoversicherungen, Leitlinien und Studien die Frau und das Kind oder will die Frau keine Eigenverantwortung für sich und das Kind übernehmen? Was war zuerst da?

Wenn FRAU sich durch die Schwangerschaft geschlagen hat, dem System folgt und sich nicht selbstständig informiert hat welche Möglichkeiten sie hat treffen sich oft zwei ganz fremde Personen zu einem Zeitpunkt der wahrscheinlich nicht ungünstiger sein kann. Eine Hebamme, die heute schon 2 Geburten gemacht hat und noch ausser dieser Frau im Kreisssaal eine andere Wehende betreut. Und eine Frau, die ihr erstes Kind zur Welt bringen möchte. Die eine verlässt sich auf die Andere. Die Hebamme verlässt sich darauf, dass die Frau das kann und die Andere darauf, dass die Hebamme das kann. Nur leider sind die Vorraussetzungen schlecht. Die Hebamme hat nicht genug Zeit für die Frau, da sie sich auch noch um eine Andere kümmern muss und bei der Frau wird die Angst größer, da sie leider viel alleine sein muss, in einem Schmerz den sie nicht kennt. Da die Hebamme aber nicht immer bei der Frau sein kann, möchte sie, aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen, immer das Kind kontrolliert wissen und lässt die Herztonableitung die ganze Zeit weiterlaufen, obwohl es dem Kind gut geht. Die Angst und der Schmerz bei der Frau werden so groß, dass sie eine Schmerzlinderung verlangt. Die Hebamme hat leider die Zeit nicht, der Frau zu erklären welche Nachteile das mit sich bringen kann und sie hat Angst vor rechtlichen Konsequenzen, wenn sie dieser Forderung nicht nach kommt. Somit haben beide Angst – vertrauen sich auch nicht, da sie einander nicht kennen. Der Kreuzstich wird gesetzt, die Wehen lassen nach, ein zusätzliches Wehenmittel wird benötigt, da die Geburt im Gange ist. Trotz Wehenmittel ist kein Geburtsfortschritt mehr erkennbar, da die Frau in ihrer Bewegung gehemmt ist und nicht mitarbeiten kann, da sie kaum etwas spürt. Dem Kind geht es gut laut Herztonaufzeichnung. Das Fachpersonal entscheidet sich für einen Kaiserschnitt, aus Angst und wartet nicht länger zu.

Wer jetzt das Geschäft mit der Angst gemacht hat, bleibt die Frage.....

Nehmen wir an FRAU macht ihre Mutter-Kind-Pass Untersuchungen brav und nimmt das Hebammengespräch war, dass jetzt im Mutter-Kind-Pass vorgesehen ist.

            Ihr wird die ANGST genommen, sie entscheidet sich für eine Wahlhebamme. Sie kann sie während der ganzen Schwangerschaft anrufen, sie beruhigt sie, bereitet sie gut für die Geburt vor. Die Frau geht ohne Angst, im Vertrauen zu sich selbst zur Geburt. Ist gut betreut und wird nicht alleine gelassen. Bekommt das Kind aus eigener Kraft und ist gleich fit zum Stillen im Wochenbett. Sie wird von der gleichen Hebamme im Wochenbett betreut und kann sich gut um sich und ihr Kind kümmern.

            Und wo ist die Angst jetzt?


Wir möchte Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie hier.